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Phasen der Krisenbewältigung

Möglicherweise ergeht es Ihnen ähnlich wie vielen anderen Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation, in einer Lebenskrise befinden. Sie erleben sich in häufigem Wechsel sehr unterschiedlicher Gefühle und Befindlichkeitsschwankungen. Schwankungen, die allein mit dem Verstand nicht nachvollziehbar sind. Vielleicht hilft es Ihnen, sich einmal mit den Phasen der Krisen- und Trauerbewältigung auseinanderzusetzen. Empfinden Sie ähnlich? Hilft es Ihnen, Ihr eigenes Erleben einzuordnen und zu verstehen?

1. Ungewissheit

  • Ein Teil von mir ist tot. Ich bin wie durch einen Schock gelähmt.

  • Jetzt ist alles vorbei.

  • Was soll ich tun mit …?

  • Ich spüre Wut gegenüber dem betreffenden Menschen, der Situation und gleichzeitig auch eine Art Heimweh und Sehnsucht.

  • Ich bin zu nichts mehr fähig.

Was ist eigentlich los?

2. Gewissheit

  • Es ist nicht mehr zu leugnen, der Sohn, die Tochter nimmt Drogen, ist vielleicht schon abhängig …

  • Ich verberge meinen Schmerz und tue nach außen gelassen.

  • Nun muss ich mich alleine um alles kümmern.

  • Im Kopf ist alles klar, doch ich schaffe nicht, es umzusetzen.

Das kann doch nicht wahr sein!

3. Aggression

  • Überall begegnen mir nur Schwierigkeiten.

  • Die Stadt ist wie eine „Arche Noah“, ich fühle mich ausgestoßen, mit dem Suchtproblem alleingelassen.

  • Alles ist gegen mich.

  • Ich kann niemanden mehr sehen. – Rückzug in die eigenen vier Wände.

  • Gefühlsausbrüche, Verbitterung und Aggression gegen alles, was an die Person oder Situation erinnert.

  • Im Kopf war vorher alles klar, aber jetzt fühle ich mich mitten ins Herz getroffen.

Warum musste gerade mir/uns das passieren?

4. Verhandlungen

  • Vielleicht gibt es doch noch einen Weg zurück?

  • Was habe ich falsch gemacht? Ist ein anderer schuld? Vielleicht sollte ich nocheinmal mit ihm/ihr reden?

  • Ich rufe an und rede über Dinge, die zu regeln sind, über …

  • Ich biete meine Hilfe an, kommst Du alleine klar?

Wenn wir es nur noch einmal versuchen würden, dann ...

5. Depression

  • Meine Kräfte sind erschöpft – ich kann nicht mehr.

  • Ich könnte den ganzen Tag heulen.

  • Alkohol, Tabletten, Zigaretten – womit soll ich meinen Schmerz betäuben?

  • Ich kann nicht mehr schlafen, bin nervös und habe Angst.

  • Flucht in eine neue – flüchtige? – Beziehung, Flucht in Tätigkeiten, Arbeit oder andere Aktivitäten.

Wozu alles – es ist sinnlos ...

6. Annahme

  • Der Schmerz lässt allmählich nach, und ich schaffe es wieder, mich der Wirklichkeit zu stellen.

  • Die Zeit der Trauer geht zu Ende – zumindest zeitweise.

  • Ich denke nicht mehr 24 Stunden an die vergangene Zeit, Situation ...

  • Ich verfluche nicht mehr alle Männer, Frauen, Therapeuten oder andere.

  • Ich finde zu meinem Selbstvertrauen und zu meiner Lebensrolle zurück …

Ich erkenne meine Situation und will mein Leben in die Hand nehmen.

7. Aktivität

  • Ich rufe alte Freunde oder Freundinnen an und versuche, neue zu finden.

  • Ich gehe wieder meinen Interessen nach.

  • Ich rede in Ruhe mit den Kindern, mit dem Partner oder anderen über meine Situation.

  • Ich gestalte meine Wohnung oder meine Umgebung oder meinen Alltag neu …

  • Ich suche eine Selbsthilfegruppe oder Beratungsstelle auf.

Ich tue dies und tue jenes.

8. Solidarität

  • Allmählich wird mir wieder bewusst: Ich bin nicht die einzige Person auf dieser Welt, die dieses Problem hat.

  • Allein schaffe ich es nicht, ich brauche die Solidarität und Rückenstärkung und Hilfe anderer, und andere brauchen mich.

  • Vielleicht tun wir uns als Gleichbetroffene zusammen, oder ich schließe mich einer weiteren Gruppe an …

Wir handeln.